Plogging in Nürnberg

Ploggen in Nürnberg: ein Erfahrungsbericht

Ploggen kann jeder – ob allein oder in der Gruppe. Immer wieder finden organisierte Plogging-Events in und um Nürnberg statt. Wir wollten nicht auf die nächste Gelegenheit warten und haben uns selbst auf den Weg gemacht, fitter zu werden und die Stadt dabei sauberer zu machen.

Die richtige Ausrüstung fürs Plogging

Plogging ist nichts anderes als Joggen, außer dass dabei bewusst auf Müll geachtet wird. Dieser wird gleich aufgesammelt. Du brauchst:

  • bequeme Kleidung
  • Laufschuhe
  • großer Müllbeutel
  • Gummihandschuhe

Beim Müllsammeln stießen wir nicht nur auf harmlose Plastiktüten und Verpackungen. Auch Glasscherben oder andere scharfe, spitze Gegenstände, an denen man sich verletzen kann, liegen auf Nürnbergs Straßen.

Plogging von St. Johannis bis Thon

Wir starteten unsere Plogging-Tour in den Straßen des Nürnberger Stadtteils St. Johannis. Zugegeben, dort ist der nächste Mülleimer nicht immer sichtbar und man ist versucht, seinen Abfall einfach auf die Straße zu werfen.

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Plogging in Nürnberg: Plastikmüll auf dem Fußgängerweg

Wir mussten nicht lange suchen und fanden die erste nasse Plastiktüte auf dem Gehweg. Vermutlich eine Tüte aus dem Supermarkt um die Ecke, die jemand verloren oder absichtlich weggeworfen hatte. Gerade Plastikmüll braucht sehr lange, bis er abgebaut ist, und ist deswegen ein großes Problem für die Umwelt.

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Müllbeutel auf unserer Plogging-Tour durch Nürnberg

Am Friedrich-Ebert-Platz fanden wir gleich einen ganzen Müllbeutel voller Haushaltsabfälle. Hier wäre sogar ein Mülleimer in der Nähe gewesen. Für ungeübte Läufer ist diese kurze Strecke schon eine sportliche Herausforderung. Da wir auf unserer Plogging-Tour immer wieder stehen bleiben, um Müll aufzusammeln, kommt allerdings jeder gut hinterher. Joggen gleicht auf diese Weise dem Intervall-Training, bei dem zwischen intensiven und weniger intensiven Anstrengungen gewechselt wird.

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Müllsammeln beim Joggen in Nürnberg: Glasflaschen

In den Nürnberger Parks liegen mal mehr und mal weniger Abfälle herum. Wir hatten im Archivpark am Friedrich-Ebert-Platz recht viel zu tun, angefangen bei diesen kleinen Glasflaschen. Beim Plogging sollte man aufgrund solcher Funde immer Handschuhe tragen.

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Zigarettenstummel beim Plogging in Nürnberg

Besonders auffällig waren auch die vielen Zigaretten. Ähnlich wie Plastikmüll sind sie häufig auf den Straßen zu sehen, aber schwer abzubauen. Die giftigen Bestandteile verschwinden nicht, nur weil die Zigarette aufgeraucht ist. Beim Ploggen durch Nürnberg fielen uns so viele Zigarettenstummel auf, dass wir gar nicht alle aufsammeln konnten.

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Plastiktüten in den Bäumen: Müllsammeln beim Ploggen in Nürnberg

An windigen Tagen lohnt sich beim Plogging ein Blick nach oben. Die achtlos weggeworfenen Plastiktüten verfangen sich sogar in den Bäumen.

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Deo-Flaschen gehören nicht auf die Straße

Auf dem Weg weiter nach Nürnberg-Thon fanden wir eine leere Deo-Flasche. Diese gehören in die gelbe Tonne oder den gelben Sack und nicht auf die Straße. Streng genommen gehören Deo-Flaschen sogar zum Sondermüll, wenn sie noch halb voll sind, wie das bei dieser Flasche der Fall war. Der nächste Spaziergänger, der sich auf diese Liegen legen will, wird sich bestimmt über das Engagement der Plogger freuen.

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Müllsammeln und Joggen in Nürnberg

Gerade dort, wo viele Menschen in mehrgeschossigen Häusern wohnen, fiel uns Abfall auf den Fußgängerwegen Nürnbergs auf. Plastikmüll, ganze Müllbeutel, Zigarettenstummel, hier wurde viel achtlos auf die Straße geworfen. Beim Plogging hatten wir allein auf dieser kurzen Strecke alle Hände voll zu tun und unsere mitgebrachten Müllbeutel waren bald voll.

Plogging als nachhaltige Fitness

Obwohl wir nur eine kurze Plogging-Tour durch Nürnberg veranstalteten, mangelte es uns nicht an Arbeit. Gerade kleine Abfälle wie Tüten, Bierflaschendeckel oder Zigaretten fallen gar nicht auf, wenn man darauf nicht bewusst achtet. Da wir beim Ploggen aber genau danach gesucht haben, wurde uns erst richtig bewusst, wie viel Abfall auf den Straßen liegt. Auch um die Coffee Shops, Dönerbuden und Imbisse herum fand sich viel Müll. Dafür gibt es sogar ein Wort: Littering. Als Hauptgründe dafür, warum Müll unachtsam auf die Straße geworfen wird, werden laut Dr. Rebekka Gerlach von der Humboldt-Universität Berlin folgende Gründe genannt:

  • Faulheit
  • Bequemlichkeit
  • Gleichgültigkeit

Wenn auf der Straße schon ein Müllberg liegt, fällt es nicht mehr großartig auf, wenn dein leerer Coffee-to-go-Becher auch noch darauf landet. Oder du denkst nicht über die Konsequenzen deines Abfalls nach. Wie lange braucht die Zigarette, bis sie abgebaut ist? Was passiert mit den enthaltenen Giftstoffen? Beim Plogging macht man sich darüber zwangsläufig Gedanken und läuft dadurch freiwillig zum nächsten Mülleimer, auch wenn er weiter entfernt ist.

Unsere kurze Plogging-Tour durch den Nürnberger Norden reichte uns bereits als Trainingseinheit. Durch das Intervall-Training kam zwar jeder mit, da wir beim Müllsammeln genug Pausen einlegten. Untätig blieben wir dabei aber nicht. Dabei kann man sich wunderbar bücken, strecken und dehnen und weitere Fitness-Übungen in die Plogging-Runde einfließen lassen.

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